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| The Age of Wonder: How the Romantic Generation Discovered the Beauty and Terror of Science
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Wider die Entzauberung der Welt?
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?) Rezension bezieht sich auf: The Age of Wonder: How the Romantic Generation Discovered the Beauty and Terror of Science (Taschenbuch) Ein begesiterndes Sachbuch von einem offensichtlich begeisterten Autor! In "The Age of Wonder" verwebt Richard Holmes auf lebendige Weise die englische Wissenschaftsgeschichte mit der Literaturgeschichte der Jahre 1780-1830, einer Epoche, die man gerne unter dem Stichwort "Romantik" zusammenfasst. Das Buch ist zurecht preisgekrönt!
Gemeinhin möchte man glauben, die Dichter der romantischen Epoche hätten nur wenig mit dem wissenschaftlichen und technischen Fortschritt ihrer Zeit zu tun gehabt, ja, sie hätten sich vielmehr geradezu besorgt gegen die Erforschung (und Entzauberung) der Welt zur Wehr gesetzt und sich in eine Idealwelt von natürlichem Leben und ländlicher Einsamkeit geflüchtet. Doch Richard Holmes zeigt auf, dass die Beziehungen zwischen Wissenschaft und romantischer Geisteshaltung komplexer waren als die Geschichte von John Keats' Kritik an der Newtonschen Zerstörung des Regenbogens: Er stellt heraus, dass die zweite naturwissenschaftliche Revolution, die Ende des 18. Jahrunderts begann und bis weit in das 19. Jahrhundert andauerte, geradezu aus dem Geist der Romantik enststand: Die romantische Lust am nutzenenthobenen Staunen über die Wunder der Natur sei es gewesen, die viele Wissenschaftler der Zeit zu ihren Etdeckungen angespornt habe. Die Idee vom großen wissenschaftlichen Genie, das in einem einzigartigen Heureka-Moment der mysteriösen Natur ihre Geheimnisse entlockt, die Vorstellung vom einsamen Forschungsreisenden in der Fremde, das Konzept einer nicht mehr elitären, sondern popularisierten Wissenschaft - alle diese Markenzeichen moderner Wissenschaft(smythen) stammen aus der Zeit der Romantik und haben die Wissenschaftsgeschichte seither geprägt.
Als Cicerone auf dem Durchgang durch die romantische Epoche hat Richard Holmes Sir Joseph Banks ausgewählt, den Präsidenten der ehrwürdigen Royal Society, der sich um 1800 als einer der größten Wissenschaftspatrone Englands hervortat. Mit ihm als Zentralgestalt folgt Holmes den Schicksalen solch verschiedener Wissenschaftspersönlichkeiten wie dem Astronomen Wilhelm Herschel und seiner Schwester Caroline, dem Chemiker (Sir) Humphry Davy und seinem ausgenutzten 'Zögling' Michael Faraday, dem Afrika-Reisenden Mungo Park etc. etc. Dabei zeichnet er ein buntes Panoramabild von früher Wissenschaftsbegeisterung gleichermaßen wie von Wissenschaftsskepsis. Ein besonderer Schwerpunkt des Buches liegt auf der Interaktion der Wissenschaftler mit den Dichtern der Epoche sowie auf den dichterischen Reaktionen in Sachen naturwissenschaftlich-technischer Fortschritt. Samuel Taylor Colerdige, William Wordsworth, Lord Byron, Percy Shelley und John Keats kommen beinahe bei jedem behandelten Thema zu Wort - seien es Lachgasversuche, das erste Massenspektakel Ballonfahrt, die Entdeckung der Meterologie oder, ganz allgemein, die Schattenseiten der Wissenschaft. An zahlreichen Stellen werden die Folgen weltverändernder Entdeckungen (wie die der Unendlichkeit des Universums) auf die religiöse Mentalität der Menschen behandelt; ein ganzes Kapitel ist der Vitalismus-Debatte und Mary Shelleys "Frankenstein" gewidmet, einem Roman, der die Grenzen wissenschaftlichen Strebens aufzeigte und das Genre der Science-Fiction begründete... In seiner Ausführlichkeit lässt das Buch keine Fragen offen und lädt doch zur Weiterlektüre ein, schon alleine einmal deswegen, weil es in einem spannenden Ausblick auf die viktorianische Wissenschaftsgeschichte und auf die Konflikte endet, die rund um Charles Darwins Evolutionstheorie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgetragen wurden. Vor allem aber lässt Richard Holmes' Behandlung des Stoffes den Leser bewegt zurück. Denn durch seine Verwebung von naturwissenschaftlicher und literarischer Weltdeutung hat er ebenso auf die Gefahren wie auf die Schönheiten der wissenschaftlichen Forschung hingewiesen und dabei klar gemacht, dass gerade auch im Beginn der naturwissenschaftlichen Entzauberung der Welt ein neuer Zauber lag: Das Newtonsche Prisma gab dem Regenbogen nur eine neue Dimension des Staunens...
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 23. Mai 2010 | | | | | | | |
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